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Cancer Research Project

Cancer Research Project

Das Cancer Research Project (Krebserforschungsprojekt) wurde von Wissenschaftlern der Universität Oxford zusammen mit Biotechnologiefirmen ins Leben gerufen. Ähnlich wie das SETI@home- und das Folding@home-Projekt bedient es sich externer Rechenleistung aus Privathaushalten (Verteiltes Rechnen, Grid-Computing). Untersucht werden spezielle Proteine, die unter Verdacht stehen, für die Entstehung von Krebs verantwortlich zu sein. Das Ziel ist, Verbindungen zu finden, die an das Zielprotein andocken, um es so unschädlich zu machen. Mittlerweile sind rund 2,5 Millionen Rechner weltweit an dem Projekt beteiligt. Die erste Phase der Grobsondierung ist bereits beendet. Bei diesem Projekt werden die Ergebnisse nicht der Allgemeinheit kostenlos zur Verfügung gestellt. Erlöse der kommerziellen Verwertung sollen allerdings der Universität Oxford zu Gute kommen.

Weblinks


- http://www.grid.org/ - englischsprachige Originalseite
- http://www.chem.ox.ac.uk/cancer/ipstatement.html - Intellectual Property Statement for Cancer Project Kategorie:Verteiltes Rechnen Kategorie:Onkologie

SETI@home

SETI@home (Search for extraterrestrial intelligence at home, englisch für Suche nach außerirdischer Intelligenz zu Hause) ist ein Projekt der Universität Berkeley, das sich mit der Suche nach außerirdischem intelligenten Leben befasst. Am 17. Mai 1999 wurde SETI@home offiziell mit der Freigabe der Programmdownloads gestartet. Der Zusatz @home (englisch für zu Hause) bezieht sich darauf, dass jeder, der einen PC und einen Internet-Anschluss hat, zuhause zu diesem Projekt beitragen kann, indem er ein frei erhältliches Programm installiert, welches Daten eines Radioteleskops herunterlädt und analysiert. Das Programm läuft entweder als Bildschirmschoner oder komplett im Hintergrund als Daemon. In beiden Fällen wird nur Rechnerleistung genutzt, die andernfalls ungenutzt geblieben wäre. Daemon Das Programm führt hauptsächlich drei Tests mit den Daten durch:
- Suche nach Gaußschen Anstiegen und Fällen der Übertragungsleistung, die möglicherweise auf eine Radioquelle hindeuten könnten.
- Suche nach Pulsen, die eine schmalbandige Digital-artige Transmission sein könnten
- Suche nach Tripeln, also drei Pulsen nacheinander Im Gegensatz zu anderen SETI-Projekten ist SETI@home ein sehr preisgünstiges Projekt. Bei herkömmlichen SETI-Projekten werden bestimmte vielversprechende Abschnitte des Himmels gezielt nach Radiosignalen von Außerirdischen abgesucht. SETI@home hat stattdessen ein Radioteleskop, das zu astronomischen Beobachtungen dient, mit einem zusätzlichen Empfänger ausgerüstet und zeichnet so Radiosignale auf, während das Teleskop andere wissenschaftliche Beobachtungen macht. SETI@home erhält also eine große Menge an Radiodaten, ohne eigene Teleskopzeit zu belegen. Zur Auswertung der riesigen Datenmengen wird ebenfalls nur wenig eigene Hardware benötigt, die Rechenlast wird stattdessen an die PCs der weltweiten SETI@home-Gemeinde ausgelagert. Durch den großen Erfolg von SETI@home hat das verteilte Rechnen mit normalen PCs seine Einsatzfähigkeit bewiesen. Die gesamte Rechenleistung beträgt gegenwärtig bis zu knapp über 200 TeraFLOPS (von etwa 50 bis 240, abhängig von verschiedensten Faktoren; dies entspricht fast der doppelten Rechenleistung des weltbesten Supercomputers, dem BlueGene/L). Seit 1999 haben die am Projekt teilnehmenden Rechner zusammen knapp 2,3 Millionen Jahre Rechenzeit erbracht. In dieser Zeit sind zirka 1,84 Milliarden Resultate von über 5,4 Millionen Benutzern eingegangen (wobei aber auch gesagt werden muss dass im Durchschnitt immer nur etwa eine halbe Million User aktiv ist, d.h. in den letzten 4 Wochen auch ein Resultat retourniert haben). Obwohl das Projekt keinen definitiven Beweis für außerirdische Intelligenz lieferte, hat es doch einige Punkte am Himmel ermittelt, die näher analysiert werden müssen. SETI@home ist somit zum Vorbild für weitere Projekte aus medizinischen und wissenschaftlichen Bereichen geworden, wie zum Beispiel Folding@home oder das Cancer Research Project. SETI@home wird auch von einer Vielzahl von Unternehmen durch Rechenleistung und Spenden unterstützt. Darunter sind Firmen wie Intel oder auch Sun.

SETI@home mit BOINC

Sun SETI@home wurde am 22. Juni 2004 auf die neue Software-Plattform BOINC (Berkeley Open Infrastructure for Network Computing) umgestellt. Das vom SETI@home-Team entwickelte BOINC stellt eine allgemeine Plattform für verschiedene Distributed-Computing-Anwendungen dar. Mit der Umstellung soll eine Basis geschaffen werden, das SETI@home-Projekt flexibel erweitern zu können. Der alte "klassische" Client war beispielsweise darauf beschränkt, nur Daten mit 2 Bit Abtastrate des Aufzeichnungsgerätes am Teleskop von Arecibo analysieren zu können. Für die Zukunft ist geplant, auch Daten mit besserer Auflösung und vom Parkes-Teleskop auf der südlichen Hemisphäre in Australien auszuwerten. Dieses zukünftige Projekt wurde auf den Namen "SETI@home II" getauft. Der BOINC-Client kann verhältnismäßig einfach um neue Suchalgorithmen oder Datenformate erweitert werden, indem vollautomatisch eine neue Programmversion vom SETI@home-Server nachgeladen wird. Siehe auch: Grid-Computing, verteiltes Rechnen

Weiterführende Literatur


- E. Korpela, D. Werthimer, D. Anderson, J. Cobb, M. Lebofsky et al., "SETI@home, Massively Distributed Computing for SETI", 1998
- S. Bowyer et al., "Twenty Years of SERENDIP, the Berkeley SETI Effort: Past Results and Future Plans," Astronomical and Biochemical Origins and the Search for Life in the Universe, C.B. Cosmovici, S. Bowyer, and D. Werthimer, eds., IAU Colloquium No. 161 (Editrice Compositori: Bologna), S. 667, 1996.
- D. Anderson et al., "Internet Computing for SETI," Bioastronomy 99: A New Era in Bioastronomy, G. Lemarchand and K. Meech, eds., ASP Conference Series No. 213 (Astronomical Society of the Pacific: San Francisco), S. 511, 2000.

Weblinks


- [http://setiathome.ssl.berkeley.edu/ Offizielle Webpräsenz]
- [http://www.alien.de/seti Deutschsprachige SETI@home-Homepage]
- [http://www.pointcom.eu.com/ deutsche SETI@home Team Homepage]
- [http://www.phobe.com/yeti/ Die Parodie: Yeti@home]
- [http://www.sbznet.de/?rubrik=digital&thema=02-03-19-01 "SETI@Home rockz da Wöarld"] ;Wikipedia-Teams
- [http://setiathome.berkeley.edu/team_display.php?teamid=42832 Wikipedia-Team bei SETI@home]
- [http://setiathome.berkeley.edu/team_display.php?teamid=105435 Wikipedia@Germany-Team bei SETI@home] ;Kritische Betrachtung
- [http://www.astronews.com/news/artikel/2004/12/0412-005.shtml Geht die Botschaft im Rauschen unter?] Kategorie:Verteiltes Rechnen

Folding@home

Folding@Home ist ein Projekt der Stanford University zur Berechnung der Faltung von Proteinen. Unter Folding versteht man den räumlichen Zusammenbau eines Aminosäurestranges zu einem vollständig funktionsfähigen Protein. Wenn der Zusammenbau des Proteins nicht korrekt erfolgt, der Aminosäurestrang sich räumlich falsch anordnet, spricht man von Misfolding. Hier vermutet man die Ursache für Krankheiten wie Alzheimer, BSE bzw. Creutzfeldt-Jakob-Krankheit oder Krebs. Ziel des Projektes ist es, mittels verteiltem Rechnen (Grid-Computing) den räumlichen Aufbau bzw. Zusammenbau dieser Proteine zu verstehen und so die Entstehung und Heilung von daraus resultierenden Krankheiten zu erforschen. Zu diesem Zweck kann jeder Benutzer eines PCs mit Windows, Mac OS X oder Linux ein Programm herunterladen, welches entweder als Dienst im Hintergrund oder als Bildschirmschoner arbeitet und die ungenutzte Rechenleistung für die Erforschung der Proteinfaltung nutzt. Zur Unterhaltung oder für den sportlichen Ehrgeiz werden Statistiken über die beigetragene Rechenleistung erstellt. Jeder kann wählen, ob seine Rechenleistung anonym, nur unter seinem Benutzernamen oder auch für ein Team gezählt wird. Seit dem 6. November 2005 besteht ein Wikipedia-de-Team (Team-Nr. 47314) bei Folding@home. Die Resultate der Berechnungen und der darauf aufbauenden Forschung werden der Allgemeinheit kostenlos zur Verfügung gestellt.

Weblinks


- [http://folding.stanford.edu/ Das Folding@home Projekt der Stanford Universität] (engl.)
- [http://folding.stanford.edu/german/ Das Folding@home Projekt auf deutsch]
- [http://folding.stanford.edu/faq.html#project.own Projekt-Statement zur Verwendung der Ergebnisse] (engl.)
- [http://fah-web.stanford.edu/cgi-bin/main.py?qtype=teampage&teamnum=47314 Team-Seite Wikipedia-de bei Folding@Home] Kategorie:Verteiltes Rechnen Kategorie:Proteinstruktur

Verteiltes Rechnen

Verteiltes Rechnen (engl. Distributed Computing) ist eine Technik der Anwendungsprogrammierung, bei der eine Applikation nicht nur auf verschiedene Prozesse aufgeteilt wird, sondern auf verschiedene Rechner.

Idee

Hintergrund ist die Überlegung, dass viele Rechner zeitweise nicht ausgelastet sind. Beispielsweise nachts werden viele PCs nicht genutzt. Oder der Anwender arbeitet mit einer Applikation, die nur einen Teil der CPU-Leistung beansprucht. Diese ungenutzten Ressourcen möchte man nutzbar machen.

Prinzip

Verteiltes Rechnen muss organisiert werden. Dazu stellt jemand - oft auf einer Webseite - die Software zur Verfügung, die auf den Clients zur Lösung der speziellen Aufgabe laufen muss. Weiterhin verwaltet er die Aufgaben, die abgearbeitet sind bzw. gerade bearbeitet werden bzw. noch verteilt werden müssen.
Will man sich nun an der Problemlösung beteiligen d.h. die ungenutzte Rechenleistung eines Computers zur Verfügung stellen, dann lädt man zunächst die Software auf den Computer, installiert diese und testet die Installation mittels vorgegebener Testdaten. Danach meldet man sich an der Webseite an und lässt sich Daten zuteilen, die bearbeitet werden sollen. Mit diesen Daten füttert man die Clientsoftware. Nach Ende des Programmlaufes - oftmals kann das mehrere Wochen dauern - meldet man das Ergebnis an der Webseite zurück.

Einsatzgebiete

Distributed Computing wird in vielen Bereichen der Forschung eingesetzt, vor allem bei sehr rechenintensiven Anwendungen (z.B. Docking-Simulationen für das Design künftiger Medikamente, die Berechnung von Proteinfaltungsvorgängen, die Suche nach Primzahlen oder die Widerlegung von mathematischen Vermutungen), für deren Bearbeitung die Performance von herkömmlichen Supercomputern nicht ausreicht oder für die nur ungenügende finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Distributed Computing Projekte finden sich demnach sehr häufig bei von Universitäten, Stiftungen oder kleinen, bzw. mittelständischen Firmen durchgeführten Projekten.

Konkrete Projekte

Eines der ersten Projekte, die die Technik des verteilten Rechnens nutzten, war das SETI@home-Projekt der University of California, Berkeley, das somit die Rechenkraft eines teueren Supercomputers erzielte. Viele Projekte folgten, so z. B. medizinische Projekte wie Folding@home zur Simulation der Proteinfaltung, der Suche nach [http://einstein.phys.uwm.edu/ Gravitationswellen] und [http://www.planetquest.org/ Planeten], oder Find-a-Drug zur Behandlung diverser Krankheiten, z. B. Tuberöser Sklerose durch das TSC-Rothberg-Institut, ein Projekt zur Modellierung der Klimaentwicklung im 21. Jahrhundert ([http://www.climateprediction.net climateprediction.net]) und Projekte, die sich der Lösung von mathematischen Problemen verschrieben haben (GIMPS für Mersenne-Primzahlen, GFPS für Fermatsche Primzahlen ) oder MoneyBee ([http://www.moneybee.de www.moneybee.de]) zur Berechnung von Aktienkursprognosen. Heute gibt es fast in allen naturwissenschaftlichen Bereichen verteilte Rechenprojekte, sogar die Industrie bedient sich bereits der Technik: Bei Microsofts Passport-System werden die Berechnungen teilweise auf dem System des Endkundens, teilweise auf zentralen Microsoft-Servern und teilweise auf den Systemen eines Drittanbieters ausgeführt.

Siehe auch


- Computercluster, Grid-Computing
- BOINC, CommunityTSC (D2OL), Grub (Looksmart)
- Distributed Proofreading

Weblinks


- [http://www.rechenkraft.net/ Übersicht über die meisten aktuellen und abgeschlossenen Projekte des verteilten Rechnens]
- [http://www.science-at-home.de/projekte.php Eine weitere deutschsprachige Übersicht]
- [http://distributedcomputing.info/ Übersicht über viele kleine und große Projekte] (englisch) ! ja:分散コンピューティング

Protein

Proteine, umgangssprachlich auch Eiweiße genannt, sind Makromoleküle, die aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff aufgebaut sind. Sie gehören zu den Grundbausteinen aller Zellen. Proteine bestehen aus einzelnen Bausteinen, 20 verschiedenen (proteinogenen=proteinaufbauenden) Aminosäuren, die durch Peptidbindungen zu Ketten verbunden sind. Die saure Hydrolyse (das intensive Kochen in starken Säuren) zerlegt die Ketten in ihre Aminosäuren. Die Länge dieser Aminosäureketten reicht von unter 20 bis über 1.000 Aminosäuren. Die molekulare Größe eines Proteins wird in der Regel in Kilo-Dalton (kDa) angegeben. Titin, das mit 3,7 Mio kDa größte bekannte menschliche Protein, besteht aus über 30.000 Aminosäuren und beinhaltet 320 Proteindomänen. Die Kombinationsmöglichkeiten sind hierbei gigantisch. Bei 20 verschiedenen Typen von Aminosäuren, von denen in einem kleinen Protein lediglich 100 in beliebiger Reihenfolge aneinander geknüpft werden, ergeben sich 20100 bzw. 10130 Verknüpfungsmöglichkeiten. Diese unvorstellbare Vielzahl an Verknüpfungsmöglichkeiten übersteigt sogar die Anzahl aller Atome in Verbindungen des Universums welches "nur" 6·1079 Teilchen besitzt! Der Name Protein wurde 1838 von Jöns Jakob Berzelius von den griechischen Wörtern protos („erstes, wichtigstes“) und proteuo („ich nehme den ersten Platz ein“) abgeleitet, um dadurch die Bedeutung der Proteine für das Leben zu unterstreichen.

Bedeutung für den Organismus

Die Aufgaben der Proteine im Organismus sind vielfältig. Als Beispiele seien genannt:
- Als Strukturproteine bestimmen sie den gesamten Körperaufbau und die Beschaffenheit von Geweben, beispielsweise der Haarstruktur.
- Als Enzyme ermöglichen und beschleunigen sie chemische Reaktionen.
- Als Hormone steuern sie Vorgänge im Körper.
- In den Muskeln verändern bestimmte Proteine ihre Form und sorgen so für die Kontraktion der Muskeln und damit für Bewegung.
- Als Transportproteine übernehmen sie den Transport körperwichtiger Substanzen wie z.B. Hämoglobin, das im Blut für den Sauerstofftransport zuständig ist, oder Transferrin, das Eisen in unserem Blut transportiert.

Räumlicher Aufbau

Transferrin Für die Wirkungsweise der Proteine ist ihre räumliche Struktur besonders wichtig. Die Proteinstruktur lässt sich auf vier Betrachtungsebenen beschreiben:
- Als Primärstruktur eines Proteins wird die Abfolge der einzelnen Aminosäuren innerhalb der Polypeptidkette bezeichnet. Vereinfacht gesagt könnte man sich eine Kette vorstellen, in der jede Perle eine Aminosäure darstellt (Schreibweise: AS1 – AS2 – AS3 – AS4 – AS1 – AS1 – AS3 – usw.). Die Primästruktur stellt lediglich die Aminosäurensequenz, jedoch nicht den räumlichen Aufbau dar. Sie findet demnach nur für einfachere Zwecke Verwendung.
- Als Sekundärstruktur wird die räumliche Anordnung der Aminosäuren eines Proteins bezeichnet. Man unterscheidet dabei zwischen folgenden Strukturtypen: Alpha-Helix, Beta-Faltblatt, Beta-Turn und ungeordnete, so genannte Random-Coil-Strukturen. Diese Strukturen ergeben sich durch Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den Peptidbindungen des Polypeptid-Rückgrates.
- Die Tertiärstruktur ist eine der Sekundärstruktur übergeordnete räumliche Anordnung der Polypeptidkette. Sie wird von den Kräften und Bindungen zwischen den Resten (d. h. den Seitenketten) der Aminosäuren bestimmt. Als Bindungskräfte, die diese dreidimensionale Struktur stabilisieren, wirken beispielsweise Disulfidbrücken, (kovalente Bindungen zwischen den Schwefelatomen zweier Cysteinreste) oder vor allem nicht-kovalente Wechselwirkungen wie die zuvor genannten Wasserstoffbrückenbindungen. Zusätzlich spielen hydrophobe, ionische und Van-der-Waals-Wechselwirkungen eine wichtige Rolle. Durch diese Kräfte und Bindungen faltet sich das Protein weiter.
- Viele Proteine müssen sich, um funktionsfähig sein zu können, zu einem Proteinkomplex zusammenlagern, der so genannten Quartärstruktur. Dies kann entweder eine Zusammenlagerung von unterschiedlichen Proteinen sein oder ein Verband aus zwei oder mehr Polypeptidketten die aus ein und derselben Polypeptidkette, dem sog. Precursor, hervorgegangen sind (vgl.: Insulin). Dabei sind die einzelnen Proteine häufig durch Wasserstoffbrücken und Salzbrücken aber auch durch kovalente Bindungen miteinander verknüpft. Die einzelnen Untereinheiten eines solchen Komplexes werden als Protomere bezeichnet. Einige Protomere können ihre Funktion auch als eigenständige Proteine besitzen, aber viele erreichen ihre Funktionalität nur im Komplex. Als Beispiel für aus mehreren Proteinen zusammengelagerte Komplexe können die Immunglobuline (Antikörper) dienen, bei denen jeweils zwei identische schwere und zwei identische leichte Proteine über insgesamt vier Disulfidbrücken zu einem funktionsfähigen Antikörper verbunden sind. Man unterscheidet zwei Hauptgruppen von Proteinen:
- die globulären Proteine, deren Tertiär- oder Quartärstruktur annähernd kugel- oder birnenförmig aussieht und die meist in Wasser oder Salzlösungen gut löslich sind (beispielsweise das Protein des Eiklars, Ov-Albumin genannt),
- die fibrillären Proteine, die eine fadenförmige oder faserige Struktur besitzen, meist unlöslich sind und zu den Stütz- und Gerüstsubstanzen gehören (beispielsweise die Keratine in den Haaren und Fingernägeln, Kollagen, Actin und Myosin für die Muskelkontraktion).

Proteinoberfläche

Muskelkontraktion Zur Bestimmung der Proteinstruktur wird hauptsächlich das Rückgrat (Backbone) des Proteins betrachtet. Zum Verständnis der Funktion ist jedoch auch die Oberfläche des Proteins von großer Bedeutung. Da die charakteristischen Seitenketten der Aminosäuren vom Rückgrat aus in den Raum ragen, kann die Oberfläche durchaus von der Struktur des Rückgrates abweichen.

Denaturierung

Sowohl durch chemische Einflüsse, wie zum Beispiel Säuren und Salze, als auch durch physikalische Einwirkungen, wie hohe oder tiefe Temperaturen oder auch Druck, können sich die Sekundär- und Tertiärstruktur und damit auch die Quartärstruktur von Proteinen ändern, ohne dass sich die Reihenfolge der Aminosäuren (Primärstruktur) ändert. Dieser Vorgang heißt Denaturierung und ist in der Regel nicht umkehrbar; der ursprüngliche dreidimensionale räumliche Aufbau kann nicht wiederhergestellt werden. Bekanntestes Beispiel dafür ist das Eiweiß im Hühnerei, das beim Kochen fest wird, weil sich der räumliche Aufbau der Proteinmoleküle geändert hat. Der ursprüngliche flüssige Zustand kann nicht mehr hergestellt werden. Das Wiederherstellen des ursprünglichen Zustandes des denaturierten Proteins heißt demnach Renaturieren. Menschen denaturieren ihre Speisen, um sie leichter verdaulich zu machen. Durch die Denaturierung ändern sich die physikalischen und physiologischen Eigenschaften der Proteine. Hohes Fieber kann daher lebensgefährlich werden: Durch eine zu hohe Temperatur werden körpereigene Proteine denaturiert und können somit ihre Aufgaben im Organismus nicht mehr erfüllen. Einige Proteine der roten Blutkörperchen denaturieren beispielsweise bereits bei 42 °C. Die bei chemischer Spaltung der Proteinketten (Proteolyse) entstehenden Teilstücke nennt man Peptone.

Eiweißmangel

Eiweiß hat eine große Anzahl von Aufgaben in unserem Körper. Ein erwachsener Mensch benötigt etwa 1 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Es dient zum Aufbau und zum Erhalt der Körperzellen, auch zur Heilung von Wunden und Krankheiten. Ein Mangel kann schlimme Folgen haben:
- Haarausfall (Haare bestehen zu 97-100% aus Proteinen - Keratin)
- Antriebsarmut
- Im schlimmsten Fall kommt es zur Eiweißmangelkrankheit Kwashiorkor. Menschen (meist Kinder), die an Kwashiorkor leiden, erkennt man an ihren dicken Bäuchen. Der Organismus versucht durch Wasser den Eiweißmangel abzudecken, sodass sich das Wasser nach einiger Zeit im Körper ablagert(Ödem). Weitere Symptome sind:
  - Muskelschwäche
  - Wachstumsstörungen
  - Fettleber
  - Ödeme
- Andauernder Eiweißmangel führt zum Marasmus und zum Tod. Zu Eiweißmangel kommt es in den Industrieländern allerdings höchst selten und auch nur bei extremen Ernährungsformen, etwa bei streng vegan essenden Menschen, die den Mangel an Fleisch, Fisch, Ei- und Milchprodukten nicht mit genügend pflanzliche Eiweißen kompensieren. Die durchschnittliche deutsche Mischkost dagegen enthält mit 100 Gramm Eiweiß pro Tag mehr als genug Proteine. Obwohl häufig in der Werbung Eiweißpulver als essentiel notwendig für Breitensportler angepriesen werden, deckt "Unsere übliche Ernährung... auch den Eiweißbedarf von Sportlern ab", heißt es dazu in einem Bericht des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württembergs.
Beispiel:
der typische Ernährungsplan eines Sportlers (80kg) könnte etwa so aussehen:
- morgens: eine Schale Müsli (100g) mit Milch (50g) einer Banane (120g) enthält 14g Eiweiß
- vormittag: eine Scheibe Volkornbrot (70g) mit Käse (30g) enthält 9g Eiweiß
- mittags: Nudel (200g) mit Gemüse (200g) enthalten 28,4g Eiweiß
- nachmittags: 100g Magerquark enthält 13,5g Eiweiß
- abends: 2 Scheiben Brot (140g) mit 100g Hering enthalten 28g Eiweiß. Damit ergibt sich eine aufgenommene Eiweißmenge von insgesamt 92,9g. Umgerechnet auf die Körpermaße ergibt dies 1,2g Eiweiß/pro kg und Tag. Die benötigte tägliche Eiweißmenge wird mit 0,8 bis 1,2g Eiweiß/pro kg und Tag angegeben.

Proteinbiosynthese

Mit der Nahrung nehmen wir Proteine auf. Bei unserer Verdauung werden diese Proteine in ihre Bestandteile zerlegt - die Aminosäuren. Auf acht Aminosäuren (von 22, die insgesamt benötigt werden) ist der menschliche Organismus besonders angewiesen, denn sie sind essentiell, das bedeutet, dass der Körper sie nicht selbst herstellen kann. Mit dem Stoffwechsel werden sie in jede Zelle transportiert. Die Aminosäurensequenz ist in der Desoxyribonukleinsäure (DNA) kodiert. In den Ribosomen, der "Proteinproduktionsmaschinerie" der Zelle, wird diese Information verwendet, um aus einzelnen Aminosäuren ein Proteinmolekül zusammenzusetzen, wobei die Aminosäuren in einer ganz bestimmten, von der DNA vorgegebenen Reihenfolge verknüpft werden.

Proteinlieferanten

Sehr proteinhaltige Nahrungsmittel sind:
- Fleisch
- Fisch
- Milchprodukte
- Käse
- Nüsse
- Getreide
- Hülsenfrüchte (Soja: 36%)
- Kartoffeln (lediglich 2%, dafür sehr viele essentielle Aminosäuren!)

Siehe auch

Glykoproteine, Eiweißsynthese, Proteinabbau, Enzym, Metalloenzym, Metalloprotein, Peptid, Peptidbindung, Polypeptid, Xantoproteinreaktion, Biuretreaktion, Yeast-2-Hybrid-Systeme, Proteomik, Proteom, Hitzeschockprotein, Chaperon, Proteindomäne, Histonoctamer, Intein
- Proteinbestimmung nach Bradford

Literatur


- Hubert Rehm: Der Experimentator: Proteinbiochemie/Proteomics. 4. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2002, ISBN 3-82-741195-5

Weblinks


- http://www.body-attack.de/html.php4?textid=11 Informationen über Proteine und weitere Nahrungsergänzungen
- http://www.foerstner.org/konrad/bco/grundlagen/proteine.html Aminosäuren und Proteine
- http://www.biokurs.de/skripten/bs11-7.htm Bau von Proteinen
- http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d17/17d.htm Peptide, Polypeptide (Proteine)
- http://www.pdb.org Protein Database (Aminosäurensequenzen, 3D-Strukturen,...)
- [http://www.biochem.szote.u-szeged.hu/astrojan/protein2.htm Proteinbilder] Kategorie:Stoffgruppe Kategorie:Biomolekülgruppe Kategorie:Biophysik ! Kategorie:Zellbiologie ja:蛋白質 ko:단백질 simple:Protein th:โปรตีน zh-min-nan:Nn̄g-pe̍h-chit

Krebs

Das Wort Krebs (von althochdeutsch crebiz) bezeichnet:
- in der Zoologie ein Taxon der Gliederfüßer, siehe Krebstiere
- in der Medizin eine bösartige Tumorerkrankung, siehe Krebs (Medizin)
- eine Pflanzenkrankheit, siehe Pflanzenkrebs
- in der Astronomie ein Sternbild: Krebs (Sternbild)
- in der Astrologie eines der 12 Tierkreiszeichen (auch Sternzeichen)
- eine musikalische Form, siehe Krebs (Musik)
- im Buchwesen eine Remittende
- in der Kryptographie ein Verfahren, siehe Krebs (Kryptographie)
- in der Militärgeschichte eine Belagerungsmaschine, siehe Mauerbohrer Den Namen Krebs tragen folgende Personen:
- Aloysia Krebs-Michalesi (1824 - 1904), Opernsängerin, Mezzosopran
- Arthur C. Krebs (um 1880), Luftschiffpionier
- Carl Krebs (1857 - 1937), Musikhistoriker
- Carl August Krebs (1804 - 1880), Komponist
- Diether Krebs (1947 - 2000), Schauspieler
- Edwin G. Krebs (
- 1918), Biochemiker; Nobelpreis für Medizin 1992
- Emil Krebs (1867 - 1930), Sprachgenie
- Engelbert Krebs (1881 - 1950), katholischer Theologe
- Friedrich Krebs (1894 - 1961), Politiker der NSDAP, Oberbürgermeister von Frankfurt am Main
- Hans Krebs (1898 - 1945), Generalstabschef der Wehrmacht
- Hans Adolf Krebs (1900 - 1981), Biochemiker; Nobelpreis für Medizin 1953 (siehe auch Krebs-Zyklus)
- Heinrich Krebs (1910 - 2001), Richter am Bundessozialgericht
- Gerhard Krebs (
- 1943), Historiker
- Johann Ludwig Krebs (1713 - 1780), Organist und Komponist
- Josef Alois Krebs (1827 - 1907)
- Konrad Krebs (1492 - 1540), Baumeister
- Mary Krebs-Brenning (1851 - 1900), Pianistin
- Norbert Krebs (1876 - 1947), Geograph
- Richard Krebs (
- 1906), deutscher Leichtathlet Kategorie:Familienname

Kategorie:Onkologie

Kategorie:Innere Medizin

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Jevne Township, Minnesota

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